Schlagwort-Archiv: Hitler-Jugend

Jüdische Volksschule

Sachsenstraße 33, 45128 Essen | 51.448740, 7.002952‎ | +51° 26′ 55.46″, +7° 0′ 10.63″

Seit 1927 war die jüdische Volksschule im Haus Sachsenstraße 33 untergebracht. Nach mehreren Umzügen wurde sie in das Barackenlager Holbeckshof verlegt. Hier fand auch während der Verfolgung durch die Nazis ein halbwegs geregelter Unterricht statt. 1933 entzogen die Nazis der Schule den öffentlich-rechtlichen Charakter, sie unterstand nun der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland.

Jüdische Volksschule

Ein Dokument aus dem Stadtspiel Horst Zimmers, welches sich mit der jüdischen Volksschule befasst (Bildquelle: Horst Zimmer).

Nach der Reichspogromnacht zwischen dem 9. und 10. November 1938 musste die Schule kurzzeitig geschlossen werden. In jener Nacht wurden deutschlandweit jüdische Einrichtungen angezündet und zerstört. Mehrere hundert Menschen jüdischen Glaubens wurden von den Anhänger*innen Hitlers getötet oder in den Freitod getrieben.

Historischer Hintergrund

Am 15. November 1938 verboten die Nazis allen Jüdinnen und Juden, eine öffentliche Schule zu besuchen. Ein Erlass am 20. Juni 1942 erzwang die Schließung aller jüdischen Volksschulen. Gleichzeitig behaupteten die Nazis – gemäß ihrer rassistischen Ideologie – Juden seien als „Rasse“ minderwertig, also auch weniger intelligent – verglichen mit dem Bevölkerungsdurchschnitt. Wie bei allen rassistischen Aussagen war auch dies eine Unwahrheit, mittels derer die Nazis die weitere Ausgrenzung jüdischer Menschen aus dem öffentlichen Leben vorantreiben und rechtfertigen wollten.

Inschrift Ersatz

Dieses Relief, welches in Steele am Isinger Tor in eine Hauswand eingelassen ist, erinnert an die Steeler Synagoge, die die Nazis in der Pogromnacht 1938 schändeten und schließlich zerstörten. Die Inschrift nimmt Bezug zur jüdischen Volksschule.

Die Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Menschen gipfelte schließlich im Holocaust, dem beispiellosen Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. 6,3 Millionen Menschen jüdischen Glaubens starben zwischen 1939-1945 in den Konzentrations-, genauer: den Vernichtungslagern der Nazis. Die Nazis hatten ihrem rassistischen Wahn menschenverachtende Taten folgen lassen.

Ab 1939 richteten die Nazis verschiedene „Judenhäuser“ ein, um den jüdischen Teil der Bevölkerung besser überwachen zu können. Eines dieser Häuser befand sich in Frohnhausen, an der Onckenstraße.

Hier erfährt ihr mehr über das System der Konzentrationslager sowie über das Thema Antisemitismus und Holocaust.

 

Aufgaben für Jugendgruppen / Schulklassen

1) (+++ / sehr anspruchsvoll) Schaut euch vor dem Gebäude um. Entdeckt ihr eine Tafel oder einen anderen Hinweis auf die Vergangenheit dieses Ortes? Stellt euch vor, ihr gestaltet einen Guide für Touristen und die ehemalige jüdische Volksschule kommt in ihm vor. Macht Fotos von dem Ort und entwerft einen Text dazu, so dass sich Besucher und Besucherinnen Essens ein Bild von der Sachsenstraße 33 machen können.

Ehemaliges jüdisches Jugendheim

Dreieck Ruhrallee, Saarbrückerstraße und Sedanstraße, 45138 Essen | 51.448992, 7.024101‎ | +51° 26′ 56.37″, +7° 1′ 26.76″

Hier errichtete die Synagogengemeinde Essen im Jahre 1931 ein jüdisches Jugendheim. Der Berliner Architekt Erich Mendelssohn entwarf das Gebäude. Es wurde neben der Jugendarbeit auch für Religionsschulung, Erwachsenenbildung und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Jüdisches Jugendheim I

Im Juni 1933 besetzte die Hitler-Jugend das Gebäude und vertrieb die jüdische Jugend. Das Gebäude musste zwar nach 15 Monaten wieder zurückgegeben werden, allerdings behielt die Hitler-Jugend die gesamte Inneneinrichtung des Hauses. Die Schwerpunkte im Jugendheim waren nun die Aufarbeitung der Verfolgung und die Vorbereitung eines neuen Lebens in Palästina. Die Hitler-Jugend (HJ) war eine Großorganisation, mit deren Hilfe die Nazis die Gleichschaltung der Jugend erreichen wollten. In der HJ herrschten strenge Hierarchien. Alles, wofür die Nazis standen, wurde hier im kleineren Rahmen eingeübt: eine Vergötterung von Wettbewerb und Kampf, Gehorsam und Führerprinzip, gedankenlose Fahnentreue und Opferbereitschaft.

Dokument Kleiderordnung zum Geburtstag Hilters 1936

Ein Dokument aus der Sammlung von Horst Zimmer, der uns mit zahlreichen Materialien bei der Realisierung dieses Projektes unterstützte. Es handelt sich um eine Anordnung an Kinder, die in der HJ organisiert waren, zu Hitlers Geburtstag eine Uniform zu tragen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 (Reichspogromnacht) wurde das jüdische Jugendheim von den Nazis endgültig gestürmt und zerstört. In jener Nacht brannten in ganz Deutschland jüdische Einrichtungen, vor allem Synagogen. Mehrere hundert Menschen jüdischen Glaubens wurden ermordet oder in den Freitod getrieben.

Die rassistische Ideologie der Nazis betrachtete Juden und Jüdinnen als minderwertig. Von Beginn des Zweiten Weltkriegs an konnten Hitler und seine Anhängerschaft ihre rassistischen Wahnvorstellungen in die Tat umsetzen: zwischen 1939 und 1945 ermordeten die Nazis europaweit etwa sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens.

Ab 1939 entstanden mehrere sogenannte „Judenhäuser“ in Essen, beispielsweise in Frohnhausen an der Onckenstraße. Die „Judenhäuser“ hatten für die Nazis den Zweck, die Essener Jüdinnen und Juden besser überwachen zu können.

Tafel Hbf II

Eine Gedenktafel auf dem Willy-Brandt-Platz erinnert an die Deportation der Essener Jüdinnen und Juden.

Auf der hier verlinkten Seite erfahrt ihr mehr über den Holocaust und den Antisemitismus. Hier haben wir Informationen über die von den Nazis betriebenen Konzentrationslager zusammengestellt.