Stolpersteine in Essen

Hintergrund: Stolpersteine

Im Essener Stadtgebiet finden sich zahlreiche Stolpersteine, die an die Opfer des Hitler-Faschismus erinnern. In unserer Stadt ist der Kulturhistorische Verein Borbeck e. V. für die Verlegung der Steine zuständig; auf der Homepage des Vereins findet ihr eine Liste, in der die kleinen Denkmäler aufgeführt werden. Dort findet ihr auch weitere Hintergrundinformationen zu den einzelnen Steinen, welche zumeist vor dem letzten freigewählten Wohnsitz des / der Betroffenen in den Boden eingelassen sind.

Stolpersteine, welche die Erinnerung an die Verbrechen der Nazis wach halten sollen, gibt es im gesamten Bundesgebiet, zudem in einigen anderen europäischen Ländern (beispielsweise Österreich). Der Künstler Gunter Demnig ist geistiger Vater dieser spannenden Art, sich mit dem Schicksal der NS-Opfer auseinanderzusetzen. Auf seiner Homepage erfahrt ihr mehr über das Projekt. Die Absicht des Ideengebers ist es, den Opfern des Hitler-Regimes, den zahlreichen verschleppten und ermordeten Menschen, ihren Namen zurückzugeben, der ihnen in den Konzentrationslagern genommen wurde. Zudem geht es Demnig darum, aufzuzeigen, dass die Deportierten direkt aus ihrem gesellschaftlichen Umfeld gerissen wurden; nicht zufällig finden sich die Steine in dicht besiedelten Wohngebieten. Die Ausrede vieler Zeitgenossen, von den Untaten der Nazis nichts gewusst zu haben, wird so ad absurdum geführt. Schließlich ist Demnig die Verbeugung wichtig, zu der die Betrachter und Betrachterinnen der kleinen Messingobjekte genötigt werden. Die Steine produziert Demnig in Handarbeit – er möchte dies als Abgrenzung vom maschinellen Arbeiten, das er gedanklich mit den Vernichtungslagern der Nazis verbindet, verstanden wissen.

Übrigens sollen die Steine nicht wortwörtlich Fußgänger und Fußgängerinnen zum Stolpern bringen. Ziel ist es stattdessen, eingefahrene, alltägliche Denkmuster aus dem Tritt zu bringen und sich die Vergangenheit zu vergegenwärtigen. Passantinnen und Passanten sollen – statt mit den Füßen – „mit Kopf und Herz stolpern„.

Hier haben wir exemplarisch weitere Essener Stolpersteine für euch aufgeführt:

Arthur Salzmann

Arthur Salzmann wurde am 14. März 1880 geboren. Die Nazis deportierten ihn am 27. Oktober 1941 nach Lodz; dort wurde Salzmann aufgrund seines jüdischen Glaubens getötet. In Borbeck hatten die Salzmanns seit 1910 gewohnt. Arthur Salzmann hatte dort im Geschäft der Geschwister Loewenstein gearbeitet. Sein letzter Wohnort in Essen war die Hammacherstraße, in der Mitte der Stadt. Die hier aufgeführten Informationen stammen aus Ernst Schmidts Werk „Lichter in der Finsternis 2“ (Seiten 244-267).

Manfred Katz

Manfred Katz – sein Stolperstein ist in der Nähe des Hauptbahnhofs in den Boden eingelassen.

Hirsch 3 Steine

 

3 Gedanken zu „Stolpersteine in Essen

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