Icon Ort Gefängnis an der Kortumstraße

Kortumstraße 46, 45130 Essen | 51.436581, 6.999789‎ | +51° 26′ 11.69″, +6° 59′ 59.24″

(the facts given here are also available in English)

Ab Mitte der 1930er-Jahre war die Gestapo (GEheime STAatsPOlizei) in diesem Gebäude untergebracht. Bereits vorher war es als Gefängnis genutzt worden. Hier inhaftierten die Nazis ihre politischen Gegner und sonstigen Feinde. Viele Antifaschist*innen, Jüdinnen und Juden, Zwangarbeiter*innen und Kriegsgefangene wurden hier festgehalten und misshandelt. Für viele von ihnen war dies der erste Schritt in Richtung Konzentrationslager.

Der Terror gegen Andersdenkende ist ein zentrales Motiv jeder Unrechtsherrschaft. Die Gestapo versuchte, ein Klima der Angst in der Bevölkerung zu verbreiten, um potenziellen Widerstand zu unterdrücken. Sie war die Geheimpolizei des Nazi-Regimes. In den meisten größeren Städten betrieb sie Gefängnisse, in denen sie mittels Folter und katastrophalen Haftbedingungen ihre Gegner und Gegnerinnen einschüchterte und zu brechen versuchte. Die Gestapo wurde 1933 von Hermann Göring gegründet. 1934 verschmolz sie mit der SS, die 1926 ins Leben gerufen worden war. In erster Linie waren es die Totenkopfverbände der SS, die das menschenverachtende System der Konzentrationslager organisierten. In den Konzentrationslagern töteten die Nazis vor allem in den Kriegsjahren ab 1939 mehrere Millionen Menschen. Innerhalb der Lager fanden auch medizinische Versuche an den Gefangenen statt, ebenso Zwangsarbeit.

In seinem Buch „Lichter in der Finsternis“ zitiert der Autor Dr. Ernst Schmidt einen Bericht aus der Neuen Ruhrzeitung vom 24. Juli 1948. In dem Text geht es um die Verurteilung des Gestapo-Beamten Ernst Schröder wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Tateinheit mit Körperverletzung im Amte“. In dem Bericht heißt es unter anderem:

„Mit Ohrfeigen und Faustschlägen ins Gesicht begannen die Vernehmungen. Tritte und Schläge mit Ochsenziemern und Gummiknüppeln bildeten die Steigerung. Schließlich fielen mehrere SS-Leute über das Opfer her, bis der Misshandelte blutüberströmt und bewußtlos in seine Zelle geschafft werden musste.“

Diese Zeilen sagen bereits sehr viel über die Praktiken der Gestapo aus, die auch in Essen eines der Fundamente der faschistischen Gewaltherrschaft bildete.

 

Aufgaben für Jugendgruppen / Schulklassen

1) (++ / anspruchsvoll) Lasst euch von den Falken-Mitarbeitenden, die euch begleiten, weitere Zeitungsartikel aus dem Buch „Lichter in der Finsternis“ geben. Lest euch die Artikel durch und beantwortet folgende Fragen:

1. Wer waren (in Essen) die Opfer des Gestapo-Terrors? Welche Organisationen werden in den Berichten genannt. Versucht, kurz zu begründen, warum diese oder jene Organisation von den Nazis verfolgt wurde. Ihr könnt hierfür weitere Recherchen im Internet oder auf dieser Website anstellen.

2. Wie hießen die Verbrechen, denen sich die Gestapo in Essen schuldig machte? Sammelt die Begriffe, die in den Texten vorkommen und beschreibt, was ihr euch unter ihnen vorstellt (Beispiel: „Verbrechen gegen die Menschlichkeit?“ – was könnte hier gemeint sein?).

2) (+ / geeignet für Einsteigerinnen und Einsteiger) Fotografiert das Gebäude und bearbeitet das Foto später im Falkenzentrum Süd. Ihr könnt es für diese Website oder für euren Blogeintrag zur Verfügung stellen.

Ein Gedanke zu „Gefängnis an der Kortumstraße

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