Icon Ort Glückaufhaus

Friedrichstraße 1, 45128 Essen | 51.444472, 7.006506‎ | +51° 26′ 40.10″, +7° 0′ 23.42″

Das Glückaufhaus wurde in den 1920er-Jahren als Amtsgebäude errichtet. Hier waren mehrere staatliche Stellen sowie Wirtschaftsverbände untergebracht. Ab 1935 nutzten die Essener Nazis das Haus. Die NSDAP-Gauleitung hatte hier ihren Sitz. Das Haus hieß in der Hitler-Zeit Thomae-Haus, benannt nach einem 1928 gestorbenen Nazi.

Glückaufhaus Essen

Thomaehaus im NS-Schmuck 1939 ES

Früher & Heute: hier sind Innenhof und Fassade des Glückaufhauses zu sehen (Bildquellen: commons.wikimedia.org und Ernst-Schmidt-Archiv).

„Gauleitung“ – ein komischer Begriff, der eine Erläuterung verlangt: die NSDAP teilte Deutschland 1925 in zunächst 33, später 43 Gebiete (1941). Diese Gebiete hießen Gaue, angelehnt an einen Begriff aus der mittelalterlichen Territorialverfassung Karls des Großen. Die Gaue dienten der Kompetenzverteilung innerhalb Nazi-Deutschlands. Der jeweilige Gauleiter war für alle parteieigenen Organisationen in seinem Gau verantwortlich. Demgegenüber schränkten die Nazis die Rechte der Länder erheblich ein (durch die Gleichschaltungsgesetze).

Gottfried Thomae – nach ihm war das Glückaufhaus einst benannt – war NSDAP-Mitglied und Straßenschläger der Nazi-Bewegung zur Zeit der Weimarer Republik. Er wurde 1928 bei Auseinandersetzungen mit Kommunisten getötet und von den Nazis zum Märtyrer erklärt.

Hier erfahrt ihr mehr über die Konflikte, die es zu Zeiten der Weimarer Republik (1918-1933) zwischen den verschiedenen politischen Lagern gab.

Aufgabe für Jugendgruppen / Schulklassen:

1) (++ / anspruchsvoll) Lest euch die zusätzlichen Informationen zu den Konflikten in der Weimarer Republik durch. Überlegt, was problematisch daran ist, wenn politisch motivierte Milizen das Recht in die eigene Hand nehmen und einander bekriegen. Kennt ihr Beispiele aus der Jetztzeit, die in die selbe Richtung gehen? Was wisst ihr von aktuellen Kämpfen zwischen Gruppen, die politisch begründet werden?

 

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