Icon Ort Jüdischer Betsaal in Essen-Werden

Heckstraße 10, 45239 Essen | 51.389338, 7.002836‎ | +51° 23′ 21.62″, +7° 0′ 10.21″

Wegen der Entfernung zu Essen hatten die Werdener Jüdinnen und Juden einen eigenen Betsaal in der Heckstraße 10. Dieser war bereits im Jahre 1887 eingerichtet worden. In Werden gab es zudem das jüdische Alters- und Erholungszentrum Rosenau, gegründet 1914. Dieses Heim wurde von den jüdischen Gemeinden Düsseldorf und Essen gemeinsam verwaltet. 1938 beschlagnahmten es die Nazis. Heute gibt es die Einrichtungen in Werden nicht mehr.

Jüdischer Betsaal

Die heutige Heckstraße 10 beherbergte einst Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde Werden (zur Verfügung gestellt von der Alten Synagoge Essen, fotografiert von Werner Apolte)

Seit die Nazis 1933 die Macht von den konservativen „Eliten“ der Weimarer Republik übertragen bekommen hatten (Machtübernahme), gingen sie zunehmend massiv gegen das jüdische Leben in Deutschland vor. Häufig rissen sie Gebäude an sich, in denen Jüdinnen und Juden ihre Religion praktizierten oder kulturelle Veranstaltungen organisierten (→ Jüdische Volksschule). Ziel der Nazis war es, Symbole und Riten der jüdischen Religion insgesamt aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen. Gleichzeitig taten die Nazis alles, um „die“ Juden in der Mehrheitsbevölkerung unbeliebt – sprich: verhasst – zu machen. Mithilfe namhafter Schauspieler*innen drehten sie – unter Leitung des Propagandaministers Joseph Goebbels – Filme, in denen Jüdinnen und Juden zu gefährlichen „Untermenschen“ erklärt wurden. Die Nazis druckten auch Plakate, auf denen vor Juden gewarnt wurde. Diese symbolischen Ausgrenzungen wurden flankiert von einer judenfeindlichen Gesetzgebung und Rechtsprechung (Nürnberger Rassegesetze, 1935).

Stolpersteine Werden

Stolpersteine erinnern an die aus Essen-Werden deportierten Jüdinnen und Juden.

Große Teile der deutschen Bevölkerung hatten ein Interesse an der Schlechterstellung jüdischer Menschen im öffentlichen Leben. Insbesondere bei nationalistisch und völkisch eingestellten Menschen und/oder bei Personen, die sich wirtschaftlich von jüdischen Konkurrenten bedroht fühlten, war Judenfeindlichkeit stark verbreitet. Die Nazis fanden also einen Nährboden vor, in dem ihr „von oben“ inszenierter Judenhass Früchte tragen konnte. Das Schicksal der Steeler Synagoge, die in der Pogromnacht 1938 zerstört wurde, spricht Bände.

Ab 1939 ermordeten die Nazis Millionen Jüdinnen und Juden in den Konzentrations- bzw. Vernichtungslagern. Hier erfährt du mehr über die Situation der Jüdinnen und Juden im „Dritten Reich“.

 

Aufgaben für Jugendgruppen / Schulklassen

1) (+ / geeignet für Einsteiger und Einsteigerinnen) Der Betraum in der Heckstraße 10 war eigens für die in Werden lebenden Juden und Jüdinnen eingerichtet worden. Nur wenige Meter von eurem derzeitigen Standort entfernt lebte die Familie Levi. Um an das Schicksal der Familie zu erinnern, wurden Stolpersteine in den Boden eingelassen. Nur wo? Ein Tipp: die Steine befinden sich in einer Seitenstraße, die nach rechts von der Heckstraße abgeht. Sucht nach den Steinen; wenn ihr sie nicht finden könnt, fragt die Falken-Mitarbeitenden, die euch begleiten.

2) (+ / geeignet für Einsteiger und Einsteigerinnen) Ihr habt die Steine gefunden. Lest euch die Gravur durch und betrachtet danach das ehemalige Haus der Familie. Welche Wörter und Gedanken gehen euch angesichts des Schicksals der Familie durch den Kopf? Schreibt Schlagworte auf, die eure Eindrücke wiedergeben (z. B. „Angst“, „Hass“ usw.). Diskutiert, welcher Begriff eure Gedanken am besten wiederspiegelt. Schreibt diesen Begriff in die Mitte eines Papierblatts und gruppiert die anderen Wörter im Stile einer Cloud um den aus eurer Sicht wichtigsten Begriff.

3) (++ / anspruchsvoll) Ihr seid zurück im Falkenhaus. Fotografiert eure Cloud, verfasst einen kurzen Bericht über euren Ausflug nach Werden und ladet beides im Geocaching-Blog hoch, den ihr auf dieser Seite findet.

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