Antifaschistische Herbstwoche im Falkenzentrum Süd

Im Falkenzentrum Süd ist es gute Tradition, im Herbst eine antifaschistische Woche durchzuführen. Mittels Bildungsveranstaltungen und kulturellen Events können Jugendliche auf verschiedene Art und Weise aktiv gegen rechts werden. Am 23. Oktober starteten zwei Gruppen vom Falkenzentrum Süd, um den Südwestfriedhof einerseits und das Ernst-Moritz-Arndt-Haus andererseits anzupeilen.

Die Gruppe, die zum Südwestfriedhof zog, fasste ihre Erlebnisse dort folgendermaßen zusammen:

„Wir sind nicht direkt beim Ort des Geschehens angekommen, vorher mussten wir ein bisschen suchen. Es gibt mehrere Felder dort: die Opfer des Konzentrationslagers sind in einem Urnenfeld bestattet. Es gibt auch noch Gräber für die Opfer des Bombenkriegs. Es gab auch eine Tafel, auf der alles erklärt war. Wir haben eine Schweigeminute abgehalten. ‚Der knieende Jüngling‘, so hieß eine Gedenkstätte gegen Gewalt und Krieg. Der Stein bei den Bombenopfern war von den Nazis, er ist leider nicht ersetzt worden. Dort steht: ‚Liebet eure Heimat, mahnen die Toten‘. Wir haben versucht, die Aufgabe zu lösen. Was würden wir auf die Tafel schreiben? Wir haben uns hierfür entschieden: ‚Beginnet keinen Krieg, liebet den Frieden.‘ Einige Gräber waren von unbekannten Menschen. Es gab auch noch ein Urnenfeld für polnische Zwangsarbeiter. Am interessantesten fanden wir den den Ort, der an das KZ erinnerte. Wie wir als Gruppe zusammengearbeitet haben? Am Anfang ‚ging so‘, später besser.“

Auch auf die Frage, ob sie das Geocaching noch einmal mit anderen Orten spielen würden, hatten die Teilnehmerinnen eine positive Antwort:

„Wir würden das Spiel gerne noch einmal mit anderen Orten spielen, vor allem, wenn diese Orte in der Nähe voneinander sind.“

SW-Friedhof I

Der Cache ist gefunden!

SW-Friedhof IV

SW-Friedhof III

Die Gedenkstätte „Der knieende Jüngling“

Eine zweite Gruppe war zum Ernst-Moritz-Arndt-Haus gezogen. Dort war während der dunklen Zeit ein Quartier der Bekennenden Kirche (BK), die Flugschriften gegen das Hitler-Regime herstellte.

EMA-Haus III

Die stolzen Cache-Finder

Die Aufgabe bestand darin, sich in das christliche Menschenbild der Bekennenden Kirche hineinzuversetzen und ein Flugblatt zu verfassen, welches die rassistische Ideologie der Nazis in Frage stellte. Hier das Ergebnis:

„Alle Menschen sind gleich. Gott hat sie alle nach seinem Ebenbild geschaffen. Es gibt nur dieses eine Blut, welches in uns fließt. Es gibt nicht das ‚jüdische‘ oder das ‚arische‘ Blut und demzufolge auch keine Ungleichwertigkeit. Der Schöpfer liebt alle gleichermaßen; unser Herr Jesus selbst blickte nicht aufs Äußere, er blickte ins Innere eines jeden. Er blickte auf die Worte, auf die Taten, auf die Einstellung.Und auch wenn Luther einst sagte: „Es ist keine Obrigkeit, die nicht von Gott“, so stellen wir diese Obrigkeit massiv in Frage, denn eine so menschenverachtende, eine so gottlose Obrigkeit war Luther noch fremd – sie scheint eine Ausgeburt dieser, unserer Zeit zu sein.

Deshalb, liebe Gläubigen, glaubt nicht den faschistischen Rattenfängern. Ignoriert ihre Köder, denn sie führen weg vom Weg, weg von Gott. Bekennt euch zum Glauben an die Gleichwertigkeit, tretet ein in die Bekennende Kirche. Ignoriert auch die Lügen der ‚Deutschen Christen‘, die sich Hitler anbiedern. Auch ihr Weg führt weg von Jesu Botschaft.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.