Projektwoche an der Gesamtschule Holsterhausen

Vom 15. bis zum 17. Oktober 2013 fand an der Gesamtschule Essen-Holsterhausen eine Projektwoche zu den Themen Rassismus & Rechtsextremismus statt. Ausgangspunkt war die vom Landesjugendring NRW ins Leben gerufene Initiative umdenken, jungdenken, die es Jugendlichen ermöglicht, ihre Forderungen mittels Jugendforen in den nordrhein-westfälischen Landtag hineinzutragen. An der Gesamtschule boten wir Falken insgesamt vier Workshops an. Einer dieser Workshops war rund um das antifaschistische Geocaching-Spiel aufgebaut. Drei Tage lang besuchten die Teilnehmenden des Workshops Essener Orte, die einen Bezug zum Hitler-Faschismus haben. Vor Ort lösten sie jeweils die Aufgaben, die sie im Cach fanden. Hier haben wir einige Antworten aufbereitet.

Am ersten Tag besuchte die Gruppe den Burgplatz, der in der dunklen Zeit nach Hitler benannt war. Die Teilnehmenden versetzten sich ins Jahr 1945 und dachten sich alternative Bezeichnungen aus. Zudem machten sie sich Gedanken zu einem kurzen Info-Text, der unterhalb des fiktiven Straßenschildes auftauchen könnte. Hier die Ergebnisse:

Platz der Weißen Rose

[Die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ verteilte unter Lebensgefahr Flugblätter gegen das NS-Regime. Die Gruppe wurde im Juni 1942 von den Geschwistern Scholl gegründet. Im Februar 1943 brach die Gruppe zusammen]

Geschwister-Scholl-Platz

[Die Geschwister Scholl, Johann Georg Elser und Ludwig Assner waren gegen Hitler]

2013-10-15 Burgplatz

Nachdem die Gruppe den Cach auf dem Burgplatz gefunden hatte, wurden im Foyer der Volkshochschule Essen die Aufgaben gelöst.

Am zweiten Tag des Workshops wurde der Südwestfriedhof besucht, auf dem unter anderem die Opfer des Kapp-Putsches ruhen. Auch die Leichen ermordeter sowjetischer Kriegsgefangener wurden hier beigesetzt. Bei einem Gräberfeld ist eine Steinplatte mit folgender Inschrift installiert: „Liebet eure Heimat, mahnen die Toten.“ Die Schülerinnen und Schüler waren aufgefordert, die Quelle des Satzes zu recherchieren und diesen anschließend zu hinterfragen. In einem zweiten Schritt sollten passendere Inschriften erarbeitet werden. Dies sind die Ergebnisse:

„Hier ruhen die Kriegsgefangenen der Nazis.“

„Vergesst nie die Taten der Nazis.“

Danach ging es dann in die Innenstadt, genauer: unter das Rathaus. Dort findet sich die sogenannte Stadtwunde, die an ein Außenlager des KZ Buchenwald erinnern soll, welches es vor 1945 in Essen gab. Die Schülerinnen und Schüler fanden auch hier den Cach sehr schnell, riefen über den QR-Code diese Website auf und lösten die Aufgaben. Ziel war es hier, über den Namen Stadtwunde nachzudenken und einzuschätzen, inwieweit der Name dem Ort gerecht wird. Hier die Ideen der Teilnehmenden:

„Sie haben diesen Namen ausgewählt, weil sie unter ‚Stadtwunde‘ sich zurück erinnern wie die NSDAP hier in Essen im Rathaus vertreten war und wie sie die anderen Parteien mit Gewalt der SA vertrieben hat. Deshalb ist dieser Ort auch eine Wunde und wegen des Konzentrationslagers Buchenwald unter der Rathaus-Passage. Ich finde diesen Namen sehr passend.“

„Der Name ist geeignet, weil er an das damalige Geschehen erinnert.“

„[Dieser Ort ist] die Wunde der Stadt Essen.“

„Wir denken, dass dieser Name (Wunde) gut zu diesem Ort passt. Da die Leute dort schwer arbeiten mussten und auch schlecht behandelt wurden. Diese Zeit hat also bei vielen Arbeitern eine tiefe Wunde hinterlassen.“

Die zweite Aufgabe bezog sich auf den Schwur von Buchenwald. Die Schülerinnen und Schüler sollten erörtern, wie ihr persönliches Rezept gegen Faschismus aussieht.

„Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus heißt für uns, dass Deutschland nie wieder einen Krieg von sich aus führen darf. Nie wieder Faschismus bedeutet für uns: gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus Widerstand zu leisten.“

„Immer seine eigene Meinung äußern und nicht zu sehr von anderen beeinflussen lassen.“

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