Icon Ort Mahnmal am EVAG-Betriebshof

Ecke Gerlingstraße / Eiserne Hand 45 / Beuststraße 45, 45139 Essen

51.461120, 7.021161‎ | +51° 27′ 40.03″, +7° 1′ 16.18″

Das Mahnmal ist Teil einer Kriegsgräberstätte der ehemaligen Zeche Graf Beust. 1944 starben hier bei einem Luftangriff auf Essen 99 sowjetische Kriegsgefangene, die als Bergbau-Zwangsarbeiter in einem Luftschutzstollen arbeiten mussten. Die Gebeine der Kriegsgefangenen befinden sich noch heute im Luftschutzstollen. Dieser ist ca. 6-9 Meter tief und knapp 100 Meter lang.

Zeitungsartikel 1984

Ein Artikel von Dr. Ernst Schmidt aus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Er beschreibt, wie häufig politische Häftlinge des Nazi-Regimes Opfer des Bombenkrieges wurden.

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. Aus diesem Grund wird der 1. September heute noch als Antikriegstag begangen – mensch gedenkt den Verbrechen, die an jenem Datum ihren Lauf nahmen. Die Außenpolitik des Nazi-Regimes war expansiv: es wurde versucht, so viel „Lebensraum“ wie möglich für das „deutsche Volk“ zu gewinnen. Die Nazis strebten nach Weltherrschaft (was sie nicht daran hinderte, „den Juden“ genau dies vorzuwerfen) Dieser neue Raum sollte vor allem in Osteuropa entstehen. Nach der Ideologie der Nazis handelte es sich bei den „Slawen“ um eine minderwertige Rasse. Die Wehrmacht eroberte Polen in wenigen Wochen: Hitler hatte Deutschland in den Jahren 1933-39 systematisch auf Kriegseinsätze vorbereitet – z. B. durch militärischen Drill der Jugend, politische Unterstützung der Schwerindustrie oder rassistische Propaganda. Anschließend unterjochten die Deutschen die polnische Bevölkerung und verbannten deren jüdischen Teil in Ghettos (das berühmteste Ghetto war in Warschau). Viele Jüdinnen und Juden wurden auch ohne Inhaftierung direkt ermordet oder im Laufe der Besatzungszeit in Vernichtungslager wie Auschwitz und Sobibor deportiert.

Die Nazis beuteten die eroberten Länder aus, wo es nur ging. Die Bevölkerung musste Zwangsarbeit leisten, landwirtschaftliche Erträge mussten an die Eroberer abgegeben werden. Viele Menschen wurden nach Deutschland verschleppt, um dort an bestimmten Einsatzorten zu schuften. Im Nazi-Regime gab es zur Zeit des Zweiten Weltkriegs mehrere Millionen Zwangsarbeiter, von denen ein großer Teil aus den besetzten Gebieten stammte.

Der Historische Verein für Stadt und Stift Essen veröffentlichte 2001 gemeinsam mit dem Stadtarchiv Essen ein Begleitheft mit dem Titel Zwangsarbeit in Essen. Das Heft, welches auch als PDF-Datei erhältlich ist, enthält detaillierte Informationen zum Thema, dazu zahlreiche Fotos. Gerne senden wir euch die Broschüre per E-Mail als PDF zu.

Zeitungsartikel 1995 - Zwangsarbeiterin in Essen

Ein Zeitungsartikel, der die Geschichte einer russischen Zwangsarbeiterin beleuchtet (Bildquelle: Horst Zimmer).

 

Aufgaben für Jugendgruppen / Schulklassen

1) (+ / geeignet für Einsteigerinnen und Einsteiger) Lest euch den Zeitungsartikel „Erinnerungen schmerzen noch“ durch. Erstellt eine mind map, in der die aus eurer Sicht typischen Probleme, unter denen die Zwangsarbeitenden zu leiden hatten, vorkommen. Denkt insbesondere darüber nach, welches Wort in der Mitte der mind map stehen soll, was also ihr Ausgangspunkt ist.

2) (++ / anspruchsvoll) Versucht, die einzelnen Stichpunkte auf der mind map sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Wenn ihr eine Linie zwischen zwei Begriffen zieht, könnt ihr mit Pfeilen an den Enden der Linien verdeutlichen, welche Problematiken einander bedingen (z. B. Hunger → Depression).

3) (++ / anspruchsvoll) Fotografiert die mind map und veröffentlicht sie mit Hilfe der Falken-Mitarbeitenden auf dem Blog dieser Website.

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