Icon Ort Landgericht und Gefängnis in der Zweigertstraße

Zweigertstraße 52, 45130 Essen | 51.436902, 6.998802‎ | +51° 26′ 12.85″, +6° 59′ 55.69″

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Eine Postkarte, die das Essener Landgericht zeigt (Bildquelle: Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv)

Im Gebäude des Landgerichts wurden zur Zeit des Nazi-Regimes (1933-1945) zahlreiche politisch Verfolgte zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen verurteilt. Auch ein eigens für Verstöße gegen das „Heimtückegesetz“ errichtetes „Sondergericht Essen“ hatte ihr seinen Sitz. Hinter dem Gerichtsgebäude befand sich die Untersuchungshaftanstalt, im Volksmund „Haumannshof“ genannt. Nach Abschluss der Vernehmungen durch die Gestapo wurden viele Häftlinge hierhin gebracht. In dem Dreieck Gestapohaus Kortumstraße, Polizeigefängnis und Haumannshof kamen 13 politische Häftlinge ums Leben, zwei wählten den Freitod und acht weitere wurden nach Bombenangriffen tot aus den Trümmern geborgen.

Polizeipräsidium

Dieser Text aus der Sammlung Horst Zimmers lässt erahnen, wie es den Essener Gegnerinnen und Gegnern des Nazi-Regimes erging.

Historischer Hintergrund

Das „Rechts-„System der Nazis beruhte nicht auf Verfassungsnormen und fairen Prozessen, sondern auf willkürlichen Verordnungen, die oftmals „von oben“ diktiert wurden. Zudem zog sich die rassistische Ideologie der Nazis wie ein brauner Faden durch die gesamte Justiz des „Dritten Reichs“. Politische Gegner und Gegnerinnen sowie Menschen jüdischen Glaubens waren zu Zeiten des Nazi-Regimes praktisch rechtlos. Sie wurden willkürlich verfolgt und inhaftiert. Das menschenverachtende System der Konzentrationslager tat sein Übriges: Menschen, die nicht dem Weltbild der Nazis entsprachen, waren beständig vom Tod bedroht.

Bei der Etablierung des Polizeistaats durch die Nazis spielte die Gestapo eine entscheidende RolleNach ihrer Machtübernahme schalteten die Faschisten die politische Konkurrenz mit rabiaten Mitteln aus; doch bereits in den 20er-Jahren hatten sie die Anhänger und Anhängerinnen der anderen politischen Kräfte durch Straßenterror eingeschüchtert.

In einem Band von Dr. Ernst Schmidt findet sich ein Artikel, der den Tod einer Frau durch die Gestapo beschreibt. Klickt auf den Link, um die PDF-Datei aufzurufen. Ein WAZ-Zeitungsartikel aus dem Jahre 1989 veranschaulicht, wie Stefan Heym (ein Deutscher, der in die USA ausgewandert war) als US-Soldat ins Deutsche Reich zurückkehrt. In den Nachkriegsjahren versuchte er, Licht ins Dunkel der Nazi-Verbrechen zu bringen.

 

Aufgaben für Jugendgruppen / Schulklasse

1) (+ / geeignet für Einsteigerinnen und Einsteiger) Fotografiert das Gebäude. Ihr könnt das Foto im Falkenzentrum Süd nachbearbeiten und es dieser Website zur Verfügung stellen. Überlegt, welche Perspektive beim Fotografieren was vermittelt. Nehmt ihr das Gebäude beispielsweise von unten auf, wirkt es vielleicht bedrohlich oder beängstigend.

2) (+++ / sehr anspruchsvoll) Lest euch diese und die verlinkten Seiten durch. Erstellt ein Schaubild, welches wichtige Bausteine des Nazi-Terrors beschreibt. Versucht euch der Frage zu nähern, wie so etwas wie das Nazi-Regime möglich sein konnte. Hier einige Beispiele, die ihr als Bausteine in eurer Grafik verwenden könnt: „Furcht in der Bevölkerung“, „Straßenterror durch die SA“, „Feindlichkeit gegenüber Juden und Jüdinnen“. Überlegt, wie die Bausteine miteinander verbunden sein können. Wenn es nötig ist, schreibt kleinere Erläuterungen an den Rand des Schaubilds.

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