Icon Ort Ludgerusschule in Essen-Werden

Kellerstraße 86, 45239 Essen | 51.388093, 7.013458‎ | +51° 23′ 17.13″, +7° 0′ 48.45″

Die Ludgerusschule in Essen-Werden wurde im Mai 1933 vom freiwilligen Arbeitsdienst – den so genannten „Werksoldaten Hitlers“ – als Kaserne genutzt. Der Adolf-Hitler-Kaserne unterstanden sechs Arbeitsdienstlager im Stadtbezirk Groß-Essen unter Leitung des Oberlagerführers Georg Fabry. Fabry billigte einen Angriff der Werksoldaten auf den Sozialdemokraten Peter Burggraf. Die Attacke ereignete sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 1933. Burggraf erlag kurze Zeit später den Verletzungen, die er davon getragen hatte.
Schulleiter Heinz Rieck erwähnte in einer Schrift zur Schulgeschichte, dass vom Frühsommer 1943 an fast der gesamte Schulunterricht gestoppt worden sei. Die Klassen seien in der Kinderlandverschickung gewesen, die verbliebenen Kinder wurden nicht betreut.

Ludgerusschule

Bildquelle: Ernst-Schmidt-Archiv Essen

Historischer Hintergrund

Der freiwillige Arbeitsdienst war zu Zeiten der Weimarer Republik (1918-1933) eingeführt worden, um die zahlreichen Arbeitslosen zu beschäftigen. In der Frühphase des Nazi-Regimes wurde der Dienst zunehmend militärisch interpretiert. Ab 1935 hieß er Reichsarbeitsdienst.

Provokationen und körperliche Angriffe auf politische Gegner gehörten bei den Nazis zur Tagesordnung. Nach ihrer Machtergreifung 1933 verschärfte sich die Lage für alle antifaschistisch arbeitenden Menschen abermals. Als trauriger Höhepunkt des Nazi-Terrors gilt etwa die Köpenicker Blutwoche (21.-26. Juni 1933), in der die SA (ein paramilitärischer Nazi-Verbund) im Berliner Stadtteil Köpenick etwa 500 sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Personen willkürlich inhaftierte und folterte. Viele Opfer der Blutwoche erlagen den Folgen der Folterungen oder wurden direkt von den Nazis ermordet. Mit Aktionen wie dieser versuchten die Nazis, ihre politischen Gegner einzuschüchtern. Hintergrund der Köpenicker Blutwoche waren die Reichstagswahlen 1933, bei denen SPD und KPD zusammen fast 1,4 Millionen Stimmen sammeln konnten.

Hier gibt es weitere Informationen zu den Kämpfen der verschiedenen politischen Lager in der Weimarer Zeit (1918-1933).

Hier haben wir Informationen über die Machtergreifung der Nazis im Jahre 1933 vorbereitet.

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