Icon Ort Ehemaliges jüdisches Jugendheim

Dreieck Ruhrallee, Saarbrückerstraße und Sedanstraße, 45138 Essen | 51.448992, 7.024101‎ | +51° 26′ 56.37″, +7° 1′ 26.76″

Hier errichtete die Synagogengemeinde Essen im Jahre 1931 ein jüdisches Jugendheim. Der Berliner Architekt Erich Mendelssohn entwarf das Gebäude. Es wurde neben der Jugendarbeit auch für Religionsschulung, Erwachsenenbildung und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Jüdisches Jugendheim I

Im Juni 1933 besetzte die Hitler-Jugend das Gebäude und vertrieb die jüdische Jugend. Das Gebäude musste zwar nach 15 Monaten wieder zurückgegeben werden, allerdings behielt die Hitler-Jugend die gesamte Inneneinrichtung des Hauses. Die Schwerpunkte im Jugendheim waren nun die Aufarbeitung der Verfolgung und die Vorbereitung eines neuen Lebens in Palästina. Die Hitler-Jugend (HJ) war eine Großorganisation, mit deren Hilfe die Nazis die Gleichschaltung der Jugend erreichen wollten. In der HJ herrschten strenge Hierarchien. Alles, wofür die Nazis standen, wurde hier im kleineren Rahmen eingeübt: eine Vergötterung von Wettbewerb und Kampf, Gehorsam und Führerprinzip, gedankenlose Fahnentreue und Opferbereitschaft.

Dokument Kleiderordnung zum Geburtstag Hilters 1936

Ein Dokument aus der Sammlung von Horst Zimmer, der uns mit zahlreichen Materialien bei der Realisierung dieses Projektes unterstützte. Es handelt sich um eine Anordnung an Kinder, die in der HJ organisiert waren, zu Hitlers Geburtstag eine Uniform zu tragen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 (Reichspogromnacht) wurde das jüdische Jugendheim von den Nazis endgültig gestürmt und zerstört. In jener Nacht brannten in ganz Deutschland jüdische Einrichtungen, vor allem Synagogen. Mehrere hundert Menschen jüdischen Glaubens wurden ermordet oder in den Freitod getrieben.

Die rassistische Ideologie der Nazis betrachtete Juden und Jüdinnen als minderwertig. Von Beginn des Zweiten Weltkriegs an konnten Hitler und seine Anhängerschaft ihre rassistischen Wahnvorstellungen in die Tat umsetzen: zwischen 1939 und 1945 ermordeten die Nazis europaweit etwa sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens.

Ab 1939 entstanden mehrere sogenannte „Judenhäuser“ in Essen, beispielsweise in Frohnhausen an der Onckenstraße. Die „Judenhäuser“ hatten für die Nazis den Zweck, die Essener Jüdinnen und Juden besser überwachen zu können.

Tafel Hbf II

Eine Gedenktafel auf dem Willy-Brandt-Platz erinnert an die Deportation der Essener Jüdinnen und Juden.

Auf der hier verlinkten Seite erfahrt ihr mehr über den Holocaust und den Antisemitismus. Hier haben wir Informationen über die von den Nazis betriebenen Konzentrationslager zusammengestellt.

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