Icon Ort Stolperstein zum Gedenken an Emil Guttek

Aktienstraße 160, 45359 Essen | 51.453873, 6.919792‎ | +51° 27′ 13.94″, +6° 55′ 11.25″

Emil Guttek – geboren am 4. September 1904 – war angehöriger der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Er arbeitete als Bergmann in Essen-Borbeck und war am Aufbau einer kommunistischen Widerstandsgruppe beteiligt. Die Gruppe wurde entdeckt; die Nazis verhafteten Guttek und steckten ihn in ein Zuchthaus. Als Angehöriger des Strafbataillons 999 fiel er am 23. Mai 1944. Die hier wieder gegebenen Informationen stammen aus „Widerstand und Verfolgung in Essen 1933-1945“, einem Buch von Hans-Josef Steinberg.

Dokument 1935 - Verordnung Schutzhaft wegen Teilname an Beerdigung

Die Nazi-Justiz nahm politische Gegner*innen in „Schutzhaft“, um deren Widerstand gegen das NS-Regime ein Ende zu setzen. Dieses Dokument bezeugt die willkürliche Verhaftung eines Essener Kommunisten, der an der Beerdigung eines Freundes teilnahm (Quelle: Horst Zimmer).

Historischer Hintergrund

In der Weimarer Republik bekämpften sich die so genannten „Bünde“ der verschiedenen politischen Lager erbittert. Nicht selten gab es Tote – etwa nach Schießereien, Saalschlachten oder Entführungen. Die Nazis buhlten auch in der Arbeiterschaft um Anerkennung und Gefolgschaft, dies allerdings erst ab 1933 mit spürbarem Erfolg. Einer der Gründe: der faschistischen Weltanschauung wurde aus dem republikanischen Lager insgesamt zu wenig entgegen gesetzt. Auch viele Funktionäre linker Organisationen zogen sich aus der Verantwortung, indem sie sich ins Ausland absetzten und ihre jeweilige Basis im Stich ließen.

Was hat es mit dem Strafbataillon auf sich, in welches Guttek eingezogen wurde? Im zweiten Weltkrieg (1939-1945) griff die Wehrmacht (die Armee der Nazis) auf Menschen zurück, die – meist als aktive Nazigegner – Zuchthausstrafen absaßen. Diese erlangten einen Teil der ihnen durch die Inhaftierung abgesprochenen Rechte zurück. Der Preis: sie wurden als Kanonenfutter des Nazi-Regimes missbraucht. Das Strafbataillon 999, in dem Guttek „diente“, wurde während des Afrika-Feldzugs der Wehrmacht – genauer: in der „Schlacht um Tunesien“ – eingesetzt. Der Division gelang es, den Alliierten (Bezeichnung für die Gegner Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg) ganze Stellungen kampflos abzutreten. Das Hitler-Regime rächte sich an, indem es 999 Soldaten erschießen ließ.

 

Aufgaben für Jugendgruppen / Schulklassen

1) (+++ / sehr anspruchsvoll) Emil Guttek wurde sein Engagement gegen das Nazi-Regime zum Verhängnis. Sprecht darüber, wie eine mögliche Gedenkstätte zu Ehren der Widerstandskämpfer und -kämpferinnen aussehen könnte. Welches Design und welche Symbole kommen eurer Meinung nach in Frage? Welches Konzept ist passend? Was müsste auf der Tafel stehen, die in das Denkmal eingelassen ist? Formuliert Sätze, die euch passend erscheinen. Denkt darüber nach, inwieweit sich das Denkmal – ausgehend von Guttek – auf alle antifaschistischen Menschen beziehen könnte, die seinerzeit ihr Leben im Kampf gegen Hitler gaben. Überlegt, wo das Denkmal stehen könnte.

2) (+ / geeignet für Einsteigerinnen und Einsteiger) Fotografiert den Stolperstein und fügt ihn gemeinsam mit den Falken-Mitarbeitenden in diese Website ein.

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