Icon Ort Stolpersteine zum Gedenken an Helmut Hawes, Johann Hansjosten und Hans van der Mee

Alte Bottroper Straße, Bushaltestelle | 51.489186, 6.957080‎ | +51° 29′ 21.07″, +6° 57′ 25.49″

(the facts given here are also available in English)

Helmut Hawes wurde am 6. April 1927 geboren. Der Stolperstein, der an ihn erinnern soll, wurde am 24. Januar 2006 verlegt. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind Paten.

Helmut Hawes I

Ein Porträtfoto von Helmut Hawes. Bildquelle: Essener Haus der Geschichte / Archiv Ernst Schmidt

Hawes kämpfte als Soldat für die Wehrmacht, die Armee Nazi-Deutschlands. Anfang April 1945 entschieden er und seine beiden Borbecker Freunde Johann Hansjosten und Hans van der Mee, nicht von ihrem Heimaturlaub zu ihren Einheiten zurückzukehren. Am 4. April wurden die drei Wehrdienst Verweigernden dann von einem Nachbarn in der Polizeidienststelle Bottroper Straße 549 angezeigt. Daraufhin wurden sie verhaftet und von einem Standgericht zum Tode verurteilt. Ein Kommando, bestehend aus Soldaten der Wehrmacht, erschoss die drei Männer in der Nähe von Werden. Helmut Hawes wurde nur 18 Jahre alt.

Johann Hansjosten wurde am 15. Mai 1927 geboren. Zum Zeitpunkt seiner Erschießung war er erst 17 Jahre alt.

Johann Hansjosten Porträt

Ein Porträt von Johann Hansjosten. Bildquelle: Essener Haus der Geschichte / Archiv Ernst Schmidt

Hans van der Mee war am 20. April 1923 geboren worden. Als die Nazis ihn erschießen ließen, war er 23 Jahre alt.

Hans van der Mee Porträt

Hans van der Mee im Porträt. Bildquelle: Essener Haus der Geschichte / Archiv Ernst Schmidt

Die hier gesammelten Informationen stammen aus „Lichter in der Finsternis“, einem Buch von Ernst Schmidt. Das Werk berichtet über das Leben und Wirken der Essener Gegner*innen des Nazi-Regimes.

Historischer Hintergrund

Bereits am 1. Januar 1934 hatten die Nazis militärische Strafgerichte eingeführt. 1935 und 1940 wurde der Tatbestand der Fahnenflucht juristisch verschärft. So wurden etwa die Gefängnisstrafen für Soldaten, die sozusagen nachträglich den Dienst an der Waffe verweigerten, verlängert.
Hochrechnungen zufolge fällte die Militärjustiz der Nazis etwa 30.000 Todesurteile, wovon 23.000 vollstreckt wurden. Insgesamt desertierten zu Zeiten des Nazi-Regimes zwischen 350.000-400.000 Soldaten. Bei einer Gesamtzahl von 18,2 Mio. Soldaten bedeutet dies eine Desertationsquote von rund 2%.

Soldaten, die den weiteren Einsatz im Krieg Nazi-Deutschlands verweigerten, wurden oft in Konzentrationslagern eingesperrt und getötet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges – als das Nazi-Regime auf jeden einzelnen Soldaten angewiesen war – bestand für Fahnenflüchtige die Chance, „begnadigt“ zu werden. Vorausgesetzt, sie kämpften in einer militärischen Bewährungseinheit, in der erschwerte Kampfbedingungen herrschten. Einsätze dieser Art waren als „Selbstmordkommandos“ bekannt und kamen in vielen Fällen einem Todesurteil gleich.

 

Aufgaben für Jugendgruppen / Schulklassen

1) (+++ / sehr anspruchsvoll) Lest euch die Infos auf dieser Seite gründlich durch. Anschließend entscheidet sich jeder und jede für einen der drei Jungen. Versetzt euch in den Soldaten hinein. Einen Tag vor der Desertion vertraut er seinen Fluchtplan seinem Tagebuch an. Verfasst den Eintrag. Warum wollt ihr die Wehrmacht verlassen? Was hat euch zu diesem mutigen Entschluss bewogen? Wovor fürchtet ihr euch? Was denkt ihr über den Krieg?

2) (+ / geeignet für Einsteiger und Einsteigerinnen) Das Erschießungskommando wird vollstreckt. Versetzt euch erneut in die Soldaten. Der Henker fordert euch höhnisch auf, euren letzten Satz zu sprechen. Was entgegnet ihr ihm? Folgt ihr der Aufforderung? Und wenn ja – was sind eure letzten Worte?

3) (+++ / sehr anspruchsvoll) Zum Schluss hört euch das Lied „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader an. Diskutiert über den Song. In dem Lied heißt es „…und du hast ihnen alles gegeben.“ Wer hat wem was gegeben und warum?

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