Icon Ort Klara Adolph

Hauptbahnhof Essen | 51.452376, 7.013136‎ | +51° 27′ 8.55″, +7° 0′ 47.29″

In den letzten Monaten des von den Nazis begonnenen II. Weltkrieges (1939-1945) wurden zahlreiche Widerstandskämpferinnen und -kämpfer in den Kellern des Dortmunder Hüttenvereins eingesperrt. Sie wurden aus verschiedenen Städten des heutigen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen deportiert. Nicht nur politische, auch „rassische“ Begründungen führten die Nazis für die Verhaftungen an. So befanden sich auch so genannte „Halbjuden“ unter den Inhaftierten. Als „Halbjuden“ galten Menschen, deren Großeltern jüdischen Glaubens gewesen waren.

Die Essenerin Klara Adolph wurde am 27. November 1944 von der Gestapo aufgegriffen. Nach einer Haftzeit im Hüttenverein und in einem Gefängnis an der Benninghofer Straße wurde sie schließlich im Dortmunder Rombergpark und in DO-Bittermark von Nazi-Schergen ermordet. Im September 1944 war sie den Faschisten (noch) nicht ins Netz gegangen, da sie nicht als Jüdin registriert gewesen war. Adolph wurde denunziert: eine Person aus ihrem Bekanntenkreis verriet sie an die Geheimpolizei der Nazis. Ihre Ermordung fand im Rahmen einer Massenexekution statt – wahrscheinlich am 6. April 1945, nur eine Woche, bevor US-Truppen die Stadt befreien konnten.

Zwischen dem 7. März und dem 9. April 1945 wurden ungefähr 300 Personen, in erster Linie Zwangsarbeiter*innen aus dem besetzten Ausland, von den Nazis getötet. Die Hinrichtungen sind kaum aufgeklärt geschweige denn juristisch aufgearbeitet worden. Die letzten Mitarbeitenden der Gestapo verließen am 12. April 1945 Dortmund und versteckten sich in anderen Städten.

Die Gedenktafel am Essener Hauptbahnhof vermittelt einen Eindruck von der Situation der Jüdinnen und Juden im “Dritten Reich”. Sie listet die Anzahl der Deportationen auf. Deutlich ist der Hinweis darauf, dass sich die Verschleppungen vor den Augen der Öffentlichkeit ereigneten.

Tafel am Hbf

Dass der Terror gegen den jüdischen Teil der deutschen Bevölkerung bis in die 1920er-Jahre zurückreichte, belegt dieser Artikel, der sich auch mit der „Zwangsarisierung“ von jüdischen Geschäften befasst. Wer sich stärker für das (ehemalige) jüdische Leben in Essen interessiert, kann auf dieses Skript zurückgreifen. Das Schicksal der Essener Synagoge ist das eindringlichste Beispiel für den Terror, den die Nazis verübten. in der Reichspogromnacht (9.-10. November 1938) wurde die Synagoge, die sich am Isinger Tor in Steele befand, komplett zerstört. Deutschlandweit zündeten die Nazis in jenen Tagen jüdische Glaubenseinrichtungen an. Mehrere 100 Jüdinnen und Juden wurden von den Hitler-Faschisten ermordet oder zum Freitod gedrängt. Zeitungsartikel und weitere Dokumente, die sich mit den November-Pogromen von 1938 befassen, haben wir zusätzlich für euch aufbereitet.

Steeler Synagoge II

Essen-Holsterhausen in der dunklen Zeit: Mitglieder der SA (Sturmabteilung) – der organisierten Schlägertruppe der Nazis – durchsuchen jüdische Bürgerinnen und Bürger (Bildquelle: Horst Zimmer).

 

Aufgaben für Jugendgruppen / Schulklassen

1) (+ / geeignet für Einsteigerinnen und Einsteiger) Im Hauptbahnhof Essen befindet sich ein Blumenladen. Lest euch die Bedeutungen verschiedener Blumen durch. Entscheidet euch für eine Blume, die sich eurer Meinung nach gut eignet, um dem Schicksal der Essener Jüdinnen und Juden zu gedenken. Fragt nach dieser Blume und kauft sie, falls sie im Blumenladen erhältlich ist.

2) (++ / anspruchsvoll) Legt die Blume vor der Tafel nieder oder befestigt sie an ihr. Beobachtet die Reaktionen der Passantinnen und Passanten. Erklärt den Sinn der Blumen-Niederlegung, wenn ihr darauf angesprochen werdet. Macht Fotos von der Gedenktafel und der Blume.

3) (++ / anspruchsvoll) Zurück im Falkenhaus verfasst ihr einen Blog-Eintrag, der euren Ausflug zum Hauptbahnhof beschreibt. Vergesst nicht, die von euch geschossenen Bilder einzubauen. Die Falken-Mitarbeitenden stehen euch helfend zur Seite.

 

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